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»Als DJ hast Du es doch bestimmt leicht mit den Frauen!«

The Wollium
Der junge Mann glaubt nicht daran, dass man als DJ eine passende Frau im Club kennenlernen kann. (Er ist am Ende man und jetzt kommt Dendemann. Oh, doch nicht. Aber ein Blogartikel von dem jungen Mann. Nah immerhin.)

Es gibt ja viele Klischees über Djs: Die sind alle taub, nehmen alle mehr Drogen als Georg Trakl, sind eingebildet, verdienen total viel Geld (*hust*), und nicht zu letzt: DJs haben es leicht mit den Frauen. Das sind ungefähr die Themen, die zur Sprache kommen wenn man erzählt, wie man meistens seine Wochenenden so verbringt.

Aber wie kommt man darauf, dass es grade DJs sind, die leichtes Spiel haben sollen bei den Frauen im Club? Vielleicht ist das Geld-dafür-bekommen ein entscheidender Faktor. Noch nicht einmal, weil die weiblichen Gäste denken, dass man Millionen verdient. Aber wer im Club auflegt bekommt Geld, Bedroom DJs bekommen kein Geld und werden auch eher selten gefragt, ob ihnen die Frauen zu Füßen liegen (Die sollen auch lieber auf der Tanzfläche tanzen und den Sound feiern, davon ab…).

Wobei es Geld wahrscheinlich auch nicht trifft. Es ist vielleicht mehr die Club-Öffentlichkeit, in der ein DJ oft steht; in Verbindung mit Macht. Er dirigiert die Nacht. Er lässt die Leute auf dem Tanzflur jubeln. Und er hat Freigetränke.

„Hi, Du bist voll süß.“ – „Danke, aber ich muss jetzt weiter auflegen.“

Super Voraussetzungen um reihenweise Mädels abzuschleppen. Eigentlich. Denn das ist nur die eine Seite. Auf der Anderen stehen ein paar große Hemmnisse, die dafür sorgen, dass da gar nicht so viel abgeschleppt wird. Ich bin z.B. klassischer Resident-DJ. Ich spiele zwar meistens nicht alleine an einem Abend, aber so gut wie immer spiele ich bis zum Ende (Takin‘ my business serious und so…), nicht viele betrunkene Frauen haben dafür Verständnis und warten drei Stunden bis der DJ Feierabend hat um mit ihm nach Hause zu gehen (Gast-DJ müsste man sein…). Ganz davon abgesehen, dass betrunkene, wartende Frauen auch gerne den DJ nerven.

Hier mal ein seltener Liedwunsch der guten Sorte. Muss ungefähr so im Mai/Juni 2013 gewesen sein. Die junge Dame hat den Zettel wirklich so abgegeben und ist, wen wunderts, auch im RL nicht auf den Kopf gefallen. Sie studiert Zahnmedizin (nein, nicht in Düsseldorf).
Hier mal ein seltener Liedwunsch der guten Sorte. Muss ungefähr so im Mai/Juni 2013 gewesen sein. Die junge Dame hat den Zettel wirklich so abgegeben und ist, wen wunderts, auch im RL nicht auf den Kopf gefallen. Sie studiert Zahnmedizin (nein, nicht in Düsseldorf).

Klar, es sind einige, aber welchen Art Frauen lernt man denn so im Club, bzw. im Nachtleben kennen? Sind es die, mit denen man seine Freizeit verbringen möchte oder auch nur eine Nacht das Bett teilen? Meine Erfahrung: Das das ist eher sehr, sehr selten der Fall. Und das hat für mich mehrere Gründe. Im Club sind viele Mädels zwar optisch rausgeputzt, aber Viele lernt man z.B. über Liedwünsche kennen. Wie würdet Ihr die kognitiven Fähigkeiten einer Person beurteilen, die sich „Nossa“ wünscht, wenn ich ein Houseset spiele? Genau. Solche möchte man, schon allein aus evolutionstechnischen Gründen nicht näher kennenlernen. Generell sind ja Liedwünsche ein Phänomen welches ich akzeptiere, aber seltenst wird meine Aufmerksamkeit auf eine Frau gelenkt, weil sie sich einen tollen Track wünscht. Selbst Konsens-Hipstermusik wie Disclosure, wo ich denke „Ach, die hört sowas? Cool.“ wird eher selten gefordert.

Ein anderer Faktor ist die Zeit. Kurzer Zweisatz-Smalltalk geht meistens klar, dann muss ich aber auch wieder auflegen. Lieder suchen sich nicht von alleine raus und mischen sich auch nicht selber ins laufende Lied. In der Regel ist ein Club auch kein Ort an dem es oft über Smalltalk hinaus geht. Das ist nichts Neues. Das ist offensichtlich, ich weiß. Intellektuelle Debatten führt man an anderen Orten (Oder Backstage). Und genau dort stellt sich doch heraus ob die Sexyness einer Frau über Hotpants und weit ausgeschnittene, BH-präsentierende, Shirts hinausgeht. Ich glaube, die Frauen, die den nötigen Intellekt haben, den man braucht um im normalen Leben auf Augenhöhe miteinander Reden zu können, sind nicht unbedingt die, die an einem Clubabend den DJ umgarnen oder sich von einem umgarnen lassen. Die blicken das Spiel, lassen sich nicht mit reinziehen und schauen von aussen zu. Oder geben einen Scheiß auf Clubleben und lassen sich davon nicht beeindrucken.

Natürlich habe ich auch ein, zwei Frauen im Club kennengelernt, mit denen ich danach auch im RL in Kontakt gekommen und geblieben bin. Das ist aber die große Ausnahme.

Und natürlich gibt es auch die DJs, welche die Eingangs beschriebenen Klischees wunderbar erfüllen. Immer auf der Suche nach der nächsten Ficke, immer drauf und halb taub. Nur reich, reich wird kaum einer.

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