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Paderborn – Wach auf. Wir müssen reden.

Ein Bild vom Rathaus in Paderborn
Paderborn wie es leibt und lebt? Ist dein Partyleben schon in Rente, wie die meisten Besucher deiner Innenstadt am Sonntagmittag?

Paderborn, was‘ los mit dir? Warum geht’s bei dir nur noch an Volksfesten und Feiern rund um Erfolge im Fussball richtig ab? Warum machst Du so krass schlapp wenn’s warm wird und am Wochenende eigentlich Ausrasten im Klub anstehen sollte?

Ich habe letzten Freitag in der Resi aufgelegt und wie ich gesehen habe, war nicht nur die Resi nicht randvoll mit Partywilligen. Die ganze Stadt, so wurde mir berichtet, hatte ein Partyniveau wie man es sich vielleicht für Zeulenroda ausmalt.

Das ist trotz des sehr warmen Wetters echt schwach. Und Du willst einen guten Eindruck bei den Gastvereinen hinterlassen, wenn in der nächsten Saison die anderen Vereine der ersten Fussballbundesliga vorbeischauen? Die glauben doch dann auch, dass wir alle Sonntagmorgens in die Kirche gehen und deshalb zuhause bleiben.

Ich schreibe Dir vor allem diese Zeilen, weil ich einen Tag später im Stereo in Bielefeld aufgelegt habe. Der Club war voll! Einfach so. Kein irres Starbooking, keine unschlagbaren Getränkespecials, keine Animationstrallala, wie Walking Acts oder Sexy Dancers. Die Bielefelder sind einfach rumgekommen und haben hart Party gemacht. Und das auf allen drei Floors, die noch bis deutlich nach 5 Uhr mit Tanzwilligen bevölkert waren.

Bielefeld. Die Stadt über die Du so gelacht hast. Als Paderborn in die Erste Fussballbundesliga aufgestiegen und Bielefeld in die Dritte ab. Was hab ich des öfteren auf Facebook lesen können? Ach ja:

„Was liegt zwischen Paderborn und Bielefeld? Die Zweite Liga.“

Ich muss momentan sagen, ja das Stimmt. Nur unter umgekehrten Vorzeichen und auf den Partywillen der Einwohner bezogen.

Was soll nur aus Dir werden, liebes Paderborn? Du bist doch meine Heimatstadt und ich mag dich. Wirklich. Und Du hast auch echtes Potential, was den Willen zu aktivem und ausufernden Nachtleben angeht. Das hast Du in der Vergangenheit schon oft genug bewiesen. Komm doch mal wieder zu Dir und frag dich, ob Sofa und Bett am Wochenende wirklich die schönsten Orte für dich sind.

Und Du hattest auch mal eine Auswahl an Klubs! Die haben mir von der Ausrichtung zwar nicht alle gleich gut gefallen, aber mit dem OX, der Residenz, der FUN, aber auch dem Cube und seit gefühlten 100 Jahren, dem Sappho, gab es immerhin schon mal Zeiten in denen man richtiges Clubhopping betreiben konnte, wenn man denn wollte.

Deine Kneipen, Bars und Clubs sind nicht ohne Grund da. Die bringen Spaß, ich weiß wovon Ich rede. Und vergesse nie: Niemand erinnert sich später an die Nächte in denen er viel geschlafen hat. Wach auf, liebes Paderborn. Wach bitte auf.

23 comments

  1. Roman Wollenberg says:

    Unterschreibe ich! Was fehlt sind keine neuen „schicki-micki-Schuppen“ wo die „Snops“ weiter mit Anzug oder ihrem Schälchen um den Hals rumtänzeln können als hätte sie die Schweinepest erwischt, nein, denkt mal an Subkulturen…die Techno-Szene welche in Pb und Umgebung vertreten ist benötigt eine location…diese Kultur hat enormes Potential und wird in Form und Vielfalt von keiner mir bekannten Szene in unserer direkten Umgebung ansatzweise übertroffen. Sehr viele impulsive, tolerante und herzensgute Menschen welche einfach einen Treffpunkt benötigen um „ihr Ding“ zu feiern…

  2. buchzulang says:

    Ach Wolfram, du sprichst mir aus der Seele! Ich weiß noch, da gab es Abende mit Top Acts und die Bude war fast leer.

    Aber machen wir uns nichts vor, die Resi ist nun einmal der beste Laden in der Stadt und das weiß auch das Paderborner Volk. Ich denke mal es lag eher daran, dass es warm ist wie Hulle zurzeit, die Leute einfach ihren Grill anfeuern und den Abend ruhig verbringen wollen. Nachts, die einzige Zeit für eine Abkühlung, wollen manche einfach nicht im Club schwitzen 😀 Und sage mal, ist nicht überall jetzt auch wieder Schützenfest? Da wo das Bier noch für ein paar Pfennige über die Theke geht?

    PS: toller Artikel!

  3. Johny says:

    Weil es keinen Club gibt in dem ich feiern kann! Andere Städte bieten einfach mehr Abwechslung! Da findet jeder seinen Club und seine Musik! Ich kann genau einmal im Monat im Resi zum BoomBap Sound feiern und mehr nicht!

    Recht hast Du wohl! Aber leider fehlt es mir persönlich an Auswahl! Deshalb fahre ich eher nach Bielefeld oder Münster und feier da!

    Schuld ist leider auch die Stadt und ihre kulturelle Politik! Bars wie das Markandu oder Clubs wie das Cube werden geschlossen! (Meistens auf Grund von Nachbarn o.ä.) Da ist eindeutig die Stadt am Zug, sonst wird man weiter in andere Städte fahren um zu feiern! Denn die Leute in PB feiern gerne, nur nicht in Paderborn! Grade als Studentenstadt sollte man sich da um Abwechslung bemühen!

    Das ist meine Meinung dazu 🙂

  4. Max Mahlzahl says:

    Helmut Kohl sagte mal: „Eine erfolgreiche Industrienation, das heißt eine Nation mit Zukunft, läßt sich nicht als kollektiver Freizeitpark organisieren.“

    Aber genau das will doch wohl die Clubbesitzer, DJ und Spassvögel. – Woll?
    Naja, gut, ganz so ist es nicht. Man möge sich nämlich nicht einbilden, daß es diesen Leuten um die Kunden geht. Es geht um das Geld der Kunden.

  5. Thomas says:

    Da Problem sehe ich ganz klr bei der Stat und den Anwohnern. Die Meckermenschen in Paderborn haben hier immer Vorrecht. Die Stadtplanung hat es leider komplett versäumt, eine Art Bar und Clubviertel zu gestalten. Paderborn ist im Altersschnitt eine der Jüngsten Städte NRWs mit über 20.000 Studenten, die meist feierwilig sind, jedoch das Angebot viel zu gering ist. =815 Bars, bis auf einige Ausnahmen, 0815 ,,Diskotheken“. Ich wünsche mir einfach mal ein paar lockere Bars und richtige Clubs und nicht Diskotheken die quasi Chartmusik von der CD spielen, siehe Resi , ausgenommen der Wald. Es ist an der Stadt in der Richtung mal etwas zu schaffen und zuzulassen. Es kann nicht sein, dass Anwohner in der Innenstadt klagen, wegen Lärmbelästigung und Recht bekommen. In keiner anderen Stadt wäre dies der Fall. Wenn man dorthin zieht, weiss man idR dass es lauter werden kann.

  6. admin says:

    @Max Mahlzahl Klar geht’s oft am Ende den Clubbesitzern/Betreibern/Eigentümern ums Geld. Das aber als einziges Motiv für den Betrieb von Discos/Clubs/Bars zu unterstellen greift, meiner Meinung nach, aber zu kurz. Da würde man wahrscheinlich eher eine McDonalds Filiale eröffnen.
    Und mir als DJ geht’s zu aller erst um den Kunden, aka Gast. Ich will meine Musik präsentieren und die Leute zum Tanzen bringen. U.a. deswegen bin ich DJ, ich habe zu aller erst Spaß an der Tätigkeit. Das ich damit auch Geld verdiene? Kann man mir glaub ich nicht vorwerfen. Und DJs die es nur des Geldes wegen machen, die machen es nicht lange. Denen fehlt die Hingabe zur Musik. Das merken die Gäste recht schnell. =)

  7. unbekannt says:

    Die Uni ist eine „Heimfahrer-Uni“, da bekommt man von den fast 20.000 Studenten in der Stadt nicht viel mit…..
    Es könnte viel bunter sein in der Stadt…

  8. Mirco says:

    Ganz ehrlich:
    Warum soll ich rausgehen? Warum soll ich für schlechte viel zu laute Musik Eintritt zahlen, und dazu noch teure Getränke kaufen?
    Nein, ich gehören auch im Zeitalter, wo jeder nur noch auf sein Smartphone schaut, zu den Menschen, die gerne miteinander KOMMUNIZIEREN, aber das können die Meisten gar nicht mehr, und wenn die Musik entsprechend laut ist, muss man das ja auch gar nicht … – schon praktisch …

    Nein, da ziehe ich Meetings im privaten kleinen Rahmen vor.

  9. Ossi says:

    ICh weiß auch manchmal nicht, was los ist…Unipartys sind oft tot (die letzte und einzige in der Uni musste abgesagt werden, weil nur ein paar Karten verkauft wurden), obwohl vor nichtmal 2 Jahren die Partys noch ausverkauft waren. Vllt liegt das daran, dass die Karten nichtmehr im Mensafoyer verkauft werden dürfen, keine Ahnung.

    Sappho ist musikalisch oft unterirdisch und die Hälfte der DJs sind Arschlöcher. Da gibts Leute, die ein Lied, wo alle tanzen, einfach mitten drin abruppt ausmachen und ein anderen Song an…einfach so. Gab viele ungläubige Gesichter, weil es das erste richtig tanzbare Lied war. Andere DJs spielen im Prinzip gut Lieder, aber dann von jedem Lied den bescheuertsten Remix mit 10000 Loops „REEEEEMIX“, wo eigentlich der Refrain wäre oder was weiß ich. Neulich kam „Ante Up“, aber auch in einer seltsamen, untanzbaren Version und weil wir von der Musik so genervt waren, haben wir uns beim DJ „Ante Up“ gewünscht – „Kommt gleich auf jeden Fall“…Logisch. Von diesem Dirty Donnerstag will ich gar nicht anfangen…kipp das Bier aus der Flasche in nen Becher und nenn das Konzept…

    Auf der Seite vom Sappho gabs ja immer wieder Diskussionen um die Musik und ich habe den Eindruck, dass die irgendwie allen gefallen wollen, es deswegen aber beschissen werden MUSS. Die Leute sind nicht wegen, sondern trotz der Musik immer noch da. Als damals im Kenzo das Cube zu Besuch war, war instant nichts mehr im Sappho los. Da waren mehr Türsteher als Gäste im Sappho und alle im Kenzo.

    Resi ist auch komisch: Musikalisch oft einwandfrei, die Auswahl ist halt Geschmackssache. Ist nicht immer mein Fall, aber ich bin auch nicht das Maß der Dinge. Trotzdem ist die Stimmung oft irgendwie seltsam. Ich habe da manchmal das Gefühl, dass die Leute nicht wegen der Party da sind, sondern um cooler zu sein als der Rest drumherum. Viel Gepose und wenig Lachen…keine Ahnung warum. Abgesehen davon kostet ein Abend in dem Laden für viele auch einfach zu viel.

    Daneben gibt es ja kaum ernsthafte Alternativen. Früher das Sappho, ne Zeit lang das Markandu, aber Savoys und Co sind nix.

    In meinen Augen hat deswegen ein großer Teil der Leute resigniert und geht selten raus oder am WE bei sich zu Hause oder macht Hauspartys

  10. J. J. says:

    Heulsusige Nachbarn in Kombination mit ängstlichen Stadtbeamten sind eben nicht gut fürs Nachtleben. Wenn ich das sehen, das der Beamte vom Ordnungsamt ein gut gehendes Konzert genau um eine Minute nach elf auf Libori am Kamp abbrechen lässt wird es mir schlecht. Lasst den Leuten doch ihren Spass, ruhige Wohnungen gibt es ausserhalb des inneren Rings genug.

  11. nasche says:

    Längst überfälliger Post!

    Ich sehe das Problem auch eher auf städteplanerischer Seite und weniger als Motivationsproblem der Leute in Pb.
    Dass die wenigsten sich die bestehenden Clubs geben, liegt wohl an dem 20 Jahre alten Feier-Verständnis der Clubbesitzer. Weder Rumgeprolle & Aufgestyle noch Mottopartys und belanglose altbackene Musik ziehen die Leute an, sondern ein kollektives hedonistisches Selbstverständnis der Clubs UND der Menschen! Für diese Einsicht muss man kein Genie sein sondern nur mal über den „Tellerrand“ in andere deutsche Städte schauen, wo das ÜBERALL passiert.

    Dass dieses in Paderborn nicht stattfindet liegt zum anderen auch an der Stadt. Um etwas neues zu ermöglichen ist es zwingend notwendig (aufgrund der baulichen Situation), dass die Stadt bestehende Freiräume für so etwas zugänglich macht! Z.B. das „HOT“ an der Zenti…

    Solange das nicht passiert, sehe ich persönlich keine rosige Zukunft des Pber Nachtlebens.

  12. Bernd says:

    Ich bin zwar schon länger kein Student mehr, hab die Uni aber auch als Heimfahrer-Uni in Erinnerung. Auf der einen Seite ist es natürlich auch ein Teufelskreis: Dadurch, dass viele denken, in PB wäre nichts los, fahren sie nach Hause. Würden sie in der Stadt bleiben, würde auch mehr los sein.
    Auf der anderen Seite macht die Stadt aber auch viel zu wenig, um Partygängern und evtl. Investoren etwas zu bieten. Leider verpennt die Stadt das total.

    Man darf auch gespannt sein, was mit der „Kneipen-Szene“ passiert, wenn die Briten abgezogen werden…

  13. Jürgen Niebecker says:

    Ich finde es doch einigermaßen despektierlich, wie in dem Blogbeitrag von jenen gesprochen wird, die sonntags in die Kirche gehen. Es entsteht der Eindruck als müssten sich diese Leute hierfür rechtfertigen.

    Ebenso unpassend sind Worte wie „heulsusige Nachbarn“ im Kommentarbereich. Nicht jeder kann Freitags um 13:00 Uhr seinen Bleistift fallen lassen und hat „Wochenende“.
    Das aber scheinen die Vertreter der Spassgesellschaft nicht verstehen zu wollen.
    Ein Ausfluß dieses Hedonismus sind solche Aussagen, die sinngemäß lauten: „Zieh doch woanders hin, damit ich meinen Spass haben kann.“

    Da fällt mir ehrlich nur noch das Liebermann-Zitat von Fressen und Kotzen ein.

  14. admin says:

    Sehr geehrter Herr Niebecker,
    Sie finden es despektierlich. Ich finde es passend. Deswegen habe ich es so geschrieben. Wir brauchen uns jetzt auch auf keine Diskussion pro/contra Kirche einlassen, das führt in diesem Kontext zu nichts. Nichts für ungut, aber Sie sind (und ich kann da natürlich nur aus ihrem Kommentar schöpfen, im RL sind Sie bestimmt n dufter Typ) ein Paradebeispiel an Spießbürgerlichkeit.
    Ich würde vielleicht auch nicht den Ausdruck „heulsusige Nachbarn“ verwenden, der Kern der Aussage stimmt aber. Wer in die Innenstadt zieht, weiß worauf er sich einlässt. Weiss von 1Mio. Besucher an Libori, weiß von Frühlingsfest und dem Nachtleben. Sich dann darüber zu beschweren ist in meinen Augen tolldreist. Ich würde mich freuen, wenn die Stadtverwaltung da mal eine klare Ansage macht, dass z.B. an vier Wochenenden im Jahr dieser unsägliche Quatsch mit „Nach 23 Uhr darf draussen keine Musik mehr laufen“ nicht beachtet werden muss.
    Auch denke Ich, dass man sich um Verständnis für die Arbeitende Gesellschaft weniger Sorgen machen muss, denn das Geld zum Feiern will ja auch verdient werden. Es ziehen ja nicht nur Bafög Studis um die Häuser.
    Eins haben Sie sehr wohl gut erkannt. Im Nachtleben, bzw. im Club geht es natürlich auch um Hedonismus. Es geht um Selbstüberschätzung, es geht um das Übertreiben, aus sich heraus gehen. Und ich finde das gut. Und ich finde das gibt es viel zu selten.
    Davon ab, es ist schon sehr bemerkenswert, dass Sie in ihrem Kommentar nur negative Aspekte ansprechen. Neudeutsch würde man sagen „Sie haten“. Sie haben schon soviel Energie aufgebracht hier zu kommentieren, aber bringen die Diskussion kein Stück voran. Verstehen vielleicht auch gar nicht, dass ein aktives Nachtleben die Lebensqualität der Stadt erhöht. Und in diesem Kontext das Liebermann Zitat zu bringen… Liebermann hat das in Bezug auf die Machtergreifung der Nationalsozialisten gebracht. Wenn Sie die von mir beschriebene Situation und die erwähnten Kommentaristen wirklich ähnlich schlimm finden, dann kann sich jeder selber ausmalen wie Ihre Einstellung zu einem pulsierenden Nachtleben ist.

  15. Hoschi says:

    Die Abwechslung fehlt, da stimme ich total zu- weder die Techno Szene, noch die Alternative/Metal Szene hat was zum Feiern, das Sappho ist zum zweiten Resi geworden, da kann man leider nicht mehr hingehen. ich war richtig erschrocken die letzten Male, als ichs versucht habe…

    Es fehlt ein guter Rockschuppen und was für die Elektro-Leute…wir haben nur einen Einheitsbrei durch den Resi-Mogul, der ja auch das Cube getötet hat.

  16. admin says:

    Hi Hoschi,
    naja, dass das Resi für das Aus des Cubes verantwortlich ist, ist eine These die sich irgendwie mal etabliert hat. Kann ich persönlich nicht stützen. Das Cube, bzw. das Gebäude wurde meines Wissens nach von Andreas Herb (MBG Global) gemietet/gepachtet (keine Ahnung wie da die Konditionen sind). Er wollte da wohl so etwas wie eine Bar als Showroom für die MBG Produkte erschaffen. Dass da bis jetzt noch nichts geschehen ist, ist natürlich ein Faktum. Warum? Das weiss ich auch nicht. Aber die Resi hat da erstmal recht wenig mit zu tun. Nach meinen Infos jedenfalls.
    Nico Schiffer vom Cube hat ja damals durchaus Partys für die Metal Szene im Programm gehabt. Die Partys waren nur leider immer recht mau besucht, so dass die wieder eingestellt wurden. Ein Freund von mir, der in der Hardcore Szene aktiv ist, mutmaßte damals, dass die Metaller/Hardcore Fans wohl eher auf Livegigs getrimmt und nicht so sehr Clubgänger sind in Paderborn. Kann ich durchaus nachvollziehen.

  17. Dominik says:

    Leider glaube ich wird dieser Artikel die Partyabstinenten auch nicht umstimmen. Bei Clubs zählt meiner Meinung nach primär das Stimmungsbild bezogen auf die Stadt und einzelnen Lokale. Mit Feststellungen ändert man daran eher nichts, sondern bekräftigt sie eher. Vllt. sollten sich die Clubbetreiber in Paderborn einmal zu einer Arbeitsgruppe zusammenraufen und eine Umfrage ausarbeiten die man bei Bürgern in Bielefeld und Paderborn durchführt. Dann wird sich schon zeigen wo man ansetzen muss.

  18. Paderborner says:

    Ein paar Punkte:

    -Das Nörgeln über Paderborn ist in Paderborn quasi Volkssport. Dabei werden dann auch gerne mal die Qualitäten der Stadt übersehen. Insofern: alles normal. Willkommen daheim.

    -Das Nörgeln bestimmter Interessengruppen über genau ihre Interessenwahrnehmung ist natürlich ebenso gängig wie einäugig. Gerade das Nachtleben betreffend hat das in PB eine sehr lange Tradition (in anderen Städten übrigens auch, und häufig auch grundlos). Man denke mal 20, 30 oder 40 Jahre zurück an die kleineren politischen Debatten, z.B. zur damaligen Sperrstundenregelung. Der damals gerne quasi prophezeihte Untergang ist offenkundig noch immer nicht eingetreten. Demnächst beschweren sich dann vermutlich die Kleingärtner, dass Paderborn beim Tulpenpflanzen so krass schlapp macht. So tut doch was!(tm)

    -Falsche Zielgruppe, falsche Formulierungen. „Paderborn“ muss nicht aufwachen. „Paderborn“ interessiert sich nicht für „Ausrasten im Club.“ Paderborn besteht aus sehr viel mehr Arten von Menschen, und der Grossteil davon dürfte mit „Ausrasten im Club“ nichts am Hut haben, und die sind ansonsten mehr als wach. Ansprechen muss man also die primäre demografische Zielgruppe: junge Menschen, die sich für „Ausrasten im Club“ am Wochenende interessieren, die diese Art von Musik und Veranstaltung überhaupt mögen.

    -Der Autor möchte die Qualität einer Stadt in ihrer ganzen demografischen Breite allen Ernstes an der Zahl und Vollheit von Clubs und Discos und ähnlichem festmachen. Ich meine, ernsthaft jetzt? DAS ist ein Kriterium? Was glaubt er, wieviele Einwohner jenseits (und auch innerhalb) der genannten Altersgrösse interessieren sich wohl einen feuchten Kehricht für irgendwelche Clubs oder Discos oder für „Ausgehkultur?“

    -Was hat das mit Fussball zu tun? Soll der Gästeblock etwa nach Spielende noch unter Polizeieskorte in die nächste Disco gekarrt werden, anstatt allenfalls zum Bahnhof um gleich wieder abzureisen?

    -Wenn mitten in der Nacht draussen laut Musik gespielt werden soll, dann haben die entsprechenden Betriebe nichts in Wohngebieten verloren. In Wohngebieten hat mitten in der Nacht der schlafende Teil der Bevölkerung gefälligst nicht gestört zu werden. Das ist wirklich ganz furchtbar einfach. Liberales Denken: mein Recht hört da auf, wo dein Recht anfängt. Man sollte meinen, gerade jemand von der FDP kapiert das.

    -Es soll übrigens auch Menschen geben, die nicht in die Innenstadt ziehen oder gezogen sind, und daher „wissen worauf sie sich einlassen“ (geht’s vielleicht noch eine Spur arroganter Dritten gegenüber?), sondern die da schlichtweg leben, teils sehr lange, teils schon immer.

    -Der Vergleich zwischen Paderborn und Bielefeld hinkt natürlich, wie immer, an einer ganz bestimmten Ecke: Einwohnerzahl. Clubs, und alles andere, sind in einwohnerstärkeren Städten naturgemäss anders frequentiert. Das ist ein komplett anderer Einzugsbereich. Nicht zu vergleichen. Die Bielefelder jammern auch nicht darüber, dass sie im Vergleich zu Dortmund oder Köln so „krass schlapp“ machen (obwohl sie könnten).

  19. admin says:

    Lieber Paderborner,
    Ich finde es erstmal schade, dass Sie unter einem Pseudonym kommentieren. Sie haben eine Meinung, stehen Sie dazu.
    Bei meinem Blogartikel ist es ja vollkommen klar, dass ich meine persönliche Meinung, gespickt mit Erfahrungswerten, äussere. Und deswegen kann ich alles genau so schreiben, wie ich es getan habe.

    Ich bin mir durchaus bewusst, dass das Nachtleben eine lange Tradition in PB hat (Ältere Geschwister, damals feierfreudige Tanten) und kenne die ein oder andere Geschichte. Aber ist es deswegen auch eine große Tradition? Und wenn es eine große war, was ist davon übrig geblieben? Dass es weniger Clubs/Diskos als früher in Paderborn gibt ist ein Fakt.

    Ich finde es bemerkenswert, wie Sie (Also Sie, der mit dem Pseudonym Paderborner) meinen können, für was sich der Paderborner an sich interessiert. Gerade auch der Zielgruppe, die ich mit meinem Blogpost erreichen wollte, scheinen Sie entwachsen. Immerhin sprechen Sie an, was PB vor 40 Jahren umgetrieben hat. Kann aber auch an Ihrem geschichtlichen Interesse für Paderborn liegen. Dass ich mich an eine bestimmte Zielgruppe wende (auch wenn ich im Text verallgemeiner), nämlich die Twenty- und Thirtysomethings der Stadt und Umgebung, ist wenigstens für mich und für die Mehrheit der Leser, klar. Und eben für diese Zielgruppe nehme ich mir heraus ein einigermaßen objektives Urteil über die Jahre hinweg fällen zu können.
    Ich mag Nachtleben und führe da nicht nur Selbstgespräche drüber. Ich bin ein Beobachter der Szene und des Milieus. Gerade als DJ sollte man das auch.

    Und die von mir angesprochene Zielgruppe hat definitiv Bock auf »Ausrasten im Club«, doch ich nehme es eben so war, dass sich der Partywillen vom regulären Clubbing hin zu eventfokussiertem Ausgehen verschiebt. Und genau das bemängel ich z.B., weil das die wochenendliche Ausgehkultur, meiner Meinung nach, verschlechtert.

    Ich zietiere im folgenden Ihren Absatz:
    »-Der Autor möchte die Qualität einer Stadt in ihrer ganzen demografischen Breite allen Ernstes an der Zahl und Vollheit von Clubs und Discos und ähnlichem festmachen. Ich meine, ernsthaft jetzt? DAS ist ein Kriterium? Was glaubt er, wieviele Einwohner jenseits (und auch innerhalb) der genannten Altersgrösse interessieren sich wohl einen feuchten Kehricht für irgendwelche Clubs oder Discos oder für „Ausgehkultur?“«
    Der Autor bin ja ich, Sie können mich ruhig mit Namen ansprechen. Davon ab, ja DAS ist auch ein Kriterium. Auch gerade in der Altersklasse, die ich anspreche. Berlin wird z.B. in dieser Altersklasse vor allem für seine Partykultur geliebt. Klar, auch für vieles andere, Döner, Shopping, Kultur im generellen, you name it. Doch den Begriff Easy-Jet Raver gäbe es z.B. ohne Berlin gar nicht.
    Und wenn ich mal in die andere Hauptstadt Düsseldorf gucke, dann erkenne ich leicht in der Altstadt, dass es dort jedes Wochenende rund geht wie bei uns nur an Libori oder Frühlingsfest. Und eben das wollen auch manche Menschen. Und wer in die Altstadt in Düsseldorf zieht, weiß eben auch genau auf was er sich einlässt. Nämlich eine Stadt, die auch Nachts noch pulsiert.

    Gütersloh wäre z.B. froh, wenn Sie im Nachtleben mehr zu bieten hätten. Die großen Firmen dort können eben nicht damit werben, dass die Stadt am Wochenende sonderlich interessant ist. DAS ist auch ein Entscheidungskriterium für junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte. Nicht jeder will eben nur arbeiten und danach in seiner Nachtruhe nicht gestört werden.

    Was das mit Fussball zutun hat? War vor allem ein Stilmittel, ist wohl nicht angekommen. Aber Scherz beiseite. Die Stadt Paderborn rechnet damit, das Fussballfans eben nicht nur mit dem Zug hier ankommen, Fussball gucken und dann wieder wegfahren. Die Stadt rechnet mit mehr Übernachtungen durch den Aufstieg des SCP. Wer glaubt, dass die Fans dann abends nicht in die Stadt gehen, liegt denke ich falsch. Fragen Sie mal BM Dreier, das ist kein Geheimnis.

    Die Bielefelder jammern übrigens auch. Nur auf einem anderen Niveau. Das Argument mit der Einwohnerzahl lasse ich auchnur bedingt gelten, 1. weil Paderborn keine kreisfreie Stadt ist, und 2. weil wir ein recht hohes Einzugsgebiet vom Umland haben.

    Zum Schluss noch soviel, Sie schreiben: »Das ist wirklich ganz furchtbar einfach. Liberales Denken: mein Recht hört da auf, wo dein Recht anfängt. Man sollte meinen, gerade jemand von der FDP kapiert das.«
    Das ist eine schöne Leitlinie, auch ich mag den Satz. Man kann sie bloß nicht auf alles anwenden. Sollte ihnen eigentlich auch bewusst sein, sonst blockiert man nämlich das gesellschaftliche Zusammenleben, weil irgendwas einem einzelnen nicht passt. Und Einzelfallgesetze sind in Deutschland ja mit gutem Grund verboten. Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege.

    Wenn Sie Lust haben, melden Sie sich mal bei mir und ich zeige ihnen vielleicht persönlich an einem WE, wo es beim Paderborner Nachtleben hapert, oder auch nicht. Denn im Grunde kann der Paderborner ja ordentlich feiern, wenn er will.

    Info: Den gleichen Kommentar (weil der Kommentarist „Paderborner“ vor mir ihn wortgleich auch dort hinterlassen hat) habe ich unter den Artikel der Paderborn am Sonntag gesetzt. Den Artikel findet man unter: http://www.pbams.de/nc/nachrichten/artikel/paderborn-warum-machst-du-so-krass-schlapp/

  20. Ein häufiges Phänomen der aktuellen Zeit: Nicht Inhalte sondern Wortwahl und rhetorische Mittel diskutiert werden. Das stört mich auch an den Kritikern dieser Diskussion.

    Herr Niebecker prangert eine disrespektierliche Aussage gegenüber Kirchgängern an. Meiner Meinung nach geht aus dem Text klar hervor, dass dies ein Sinnbild dafür ist, dass Paderborn auch anderes zu bieten hat, als kirchliche Bauwerke und Traditionen, für die die Stadt am ehesten bekannt ist. Wer die Aussage im Gesamtzusammenhang sieht, sollte deutlich erkennen, dass hier keine Kritik an der Kirche oder aktiven Gemeindemitgliedern geübt wird.

    „Paderborner“ diskutiert lang und breit die Demografie der Stadt, weil der Artikel an Paderborn / Paderborner adressiert ist. Hätte der Wolfram schreiben sollen: „Liebe am Nachtleben interessierte Personen aus dem Paderborner Einzugsgebiet, liebe Personen welche aufgrund von temporärem Aufenthalt im Einzugsgebiet am Nachtleben teilnehmen“? Hier geht für mich klar hervor wer Angesprochen ist.

    Generell lebt der lange Post von „Paderborner“ eher von Kritik an der Formulierung als von Inhalten. Die einzig inhaltliche Kritik lässt sich in 2 Sätzen zusammenfassen.
    „Die Anwohner der Innenstadt haben ein Recht auf den Schutz ihrer Nachtruhe, aus diesem Grund ist das Musikverbot nach 23 Uhr indiskutabel. Auch das Argument „man weiß worauf man sich einlässt“ ist meiner Ansicht nach ungültig, da es Bewohner gibt, die seit langem in der Innenstadt wohnen“.
    Warum das nicht prägnanter formuliert werden kann, warum eine ellenlange Kritik an Begriffsdefinitionen nötig ist, erschließt sich mir nicht.

  21. Jan says:

    Ich wollte kurz in die Diskussion einbringen, dass eine Partynacht auch ordentlich Geld kostet. Wer es 2x auf Libori krachen lässt („einmal alles bitte“), der ist ca. 150€ oder mehr los. Ein Ausgeh-Abend mit Sappho/Resi liegt ebenfalls bei ca. 50-100€ (ich weiß, dass es für viele Frauen günstiger ist oder man es auch sparsamer gestalten könnte, aber das ist für mich persönlich nicht realisierbar;).

    In Paderborn gibt es schon einige „Pflichttermine“, bei denen man ungern abends zu hause bleibt: Unisommerfest, Frühlingsfest, Libori usw. Das kostet auch alles. Ein Sommerloch gab es schon immer (versackt beim Grillen, Urlaub, zu heiß, Semesterferien, Schützenfeste, wasweißich etc.). Spätestens zu Semesterbeginn im Oktober ist es im Resi wieder voll.

    Persönlich habe ich dem ehemals geliebten Sappho ca. 30 Chancen gegeben. Aber jedes Mal wurde ich auf´s Neue enttäuscht und dachte mir „ist das schlecht geworden, nächstes Mal nicht“. Es gab auch schon einige Abende, wo es auf der vollen Tanzfläche nur ca. 4-5 Frauen gab (Schwanzüberschuss!).

    Ich möchte auch einem Vorposter hier bzgl. dem Resi recht geben. Für mich ist in dem Laden zu viel yuppie-haftes Gepose. Wird man dort versehentlich angerempelt, dann entschuldigt sich nur selten jemand. 18-jährige (die vielleicht gerade ihre Ausbildung zum Maler machen) spielen für einen Abend „reich und schön“ und daher mangelt es an „authentischen“ Leuten.

    Das Capitol ist für mich auch keine wirkliche Alternative, da ist mir die Zielgruppe dann doch zu alt und man hat das Gefühl, dass sehr viele aus dem Umland kommen (Karo-Hemden-Overflow, ahhh!)… 😉 Das ist nicht abwertend gemeint, aber dann doch nichts für mich.

    Auch meinem Freundeskreis ergeht es ähnlich: So richtig Lust auf einen Club hat man nicht und so versackt man entweder auf einer Privatfeier oder geht nur in eine Bar. Das ist aber alles nur mein persönliches Empfinden, ich bin aus der Zielgruppe auch seit ein paar Jahren raus und ich möchte niemandem zu nahe treten. Just my 2 cents…

  22. admin says:

    Lieber Jan,
    auch dein Kommentar ist mir wichtig. Denn wir sind alle Teil des ganzen.
    Vieles kann ich unkommentiert stehen lassen, Du führst deine Meinung ja gut aus. Aber, dass ein Abend im Resi oder Sappho 50-100 Euro kostet, das halte ich dann doch für etwas übertrieben. Also das kann ja mal passieren, gerade wenn man Longdrinks oder Cocktails trinkt, aber wer bei Bier und Schnaps bleibt kann sich im Sappho für 50 Euro schon 20 Getränke holen. Das ist ne ganze Menge. Und in der Resi ist es auch nicht sehr viel weniger. 😉

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