Home » 5 No-Go Sätze bei DJ und Partypromo

5 No-Go Sätze bei DJ und Partypromo

Plakat Wilde Renate
Wenn man erstmal einen Namen hat und für etwas bestimmtes bekannt ist, dann braucht man keine erklärenden Texte mehr. Hier am Beispiel der Wilden Renate. Bild, Datum, Uhrzeit und Ort. Einfach, funktional, gut. Für viele  Andere gilt: Beschreibt vernünftig für was ihr Einsteht.

Jeder kennt’s. Stupide Sätze, die immer wiederkehren. Die gibt es auch fast überall, nicht nur beim Fußball. Ich habe hier die schlimmsten fünf Phrasen aufgelistet, die ich nie wieder irgendwo in Texten zur Partypromo oder in einer DJ-Bio lesen möchte:

  1. Da bleibt kein Tanzbein still.

  2. Alle Sätze mit den Wörtern Abriss, Eskalation und Ekstase.

  3. Die Musik reisst von der ersten Minute an mit.

  4. DJ XY wurde schon in jungen Jahren mit dem [hier Musikrichtung einsetzen] Virus infiziert.

  5. DJ XY sorgt stehts für volle Tanzflächen/kochenden Dancefloor.

Darüber hinaus: Einfach Promotexte von anderen Partys und DJs rippen und als eigene verkaufen ist ungefähr das beknackteste was man machen kann. Zur Strafe sollte man von solchen Leuten die Facebook-Profilbilder kopieren und sie für Partyeinladungen zu Eskalations und Abriss Partys (mit Muttizettel) benutzen. 

Macht Euren Job, schreibt Texte die informativ, gut zu lesen und bisweilen lustig und kreativ sind. Wenn Ihr das nicht schafft, lasst es Andere für Euch machen.

Und wenn Ihr – liebe DJ-Kollegen und Partyveranstalter – glaubt, dass Promotexte für Partywerbung egal sind, weil die Leute läsen die ja eh nicht oder sind zu blöd dafür (ja, sowas hört man). Selbst wenn Ihr meint, dass Euer Zielpublikum nicht gerade die Bildungselite ist, bleibt ein gut geschriebener Text wichtig für den Erfolg. Klar, die Promo muss nicht unbedingt durch Text getragen werden. Ein bekannter DJ-Name oder eine bekannte Veranstaltungsreihe braucht keine weitere Erläuterung. Aber dem ist ja weiß Gott (und der Partygänger hat das auch schon lange mitbekommen) nicht immer so.

Ein persönliches Beispiel: Ich bin über Jahre nicht in einen Club in meiner Stadt gegangen, weil er sich u.a. mit seiner Werbung keine Mühe gegeben hat. Schlimme Stock-Photos als Eventbild und immer wieder die gleichen Texte zur Partypromo. Über Jahre hinweg. Wenn ich privat ausgehe, dann gebe ich ohne zu zögern 50 Euro im Club aus. Diese 50 Euro hat der Betreiber nicht ein einziges Mal für sich verbuchen können. Und der Laden hat dann auch irgendwann zugemacht. Ich sage nicht, dass die schlechte Werbung Auslöser für die Pleite war, so etwas ist ja meistens multikausal. Aber wenn sich der Club mal für einige hundert Euro einen guten Texter ins Haus geholt hätte, dann hätte er unter Garantie mehr Leute (wie mich) angelockt. Ähnliches gilt für DJ Biografien. DJs können zum Glück im Web ihren Soundcloud und Mixcloud-Account oder ihre Webseite für sich sprechen lassen. Aber schon bei Printprodukten (Flyer) funktioniert das nicht. Und Selbstdarstellung geht eben auch über die Darbietung der eigenen Musik hinaus. Es gilt wie so oft: Wenn das Produkt nicht rundum gelungen ist, dann bekomme ich Zweifel und kaufe es nicht.

Achja: Kann ein Promotext zu lang sein? Nein. Er kann höchstens langweilen.

P.S. Es ist kein Satz, deswegen ist er nicht oben mit aufgezählt, aber jeder Satz mit „!!!“ oder mehr Ausrufezeichen gehört auch verboten.

_____

Habe ich einen Satz vergessen, der eigentlich unbedingt auch mit in die Aufzählung gehört? Schreibt ihn mir in die Kommentare!

One comment

  1. Marvin says:

    Auch geil ist „Die ersten 100 Gäste bekommen ein Glas Sekt, einen Partyhut und eine Blumenkette GRATIS!“

    😀

    Sehr schöner Artikel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.