Home » Warum auf Partys vor allem die Musik zählt.

Warum auf Partys vor allem die Musik zählt.

Dozenten DJ Team im Stereo Bielefeld
Ein Dozenten DJ Team + Partyhost im Bärenkostum neben mir im Stereo Bielefeld

DJ-Skills sind für den Erfolg einer Party vernachlässigbar. Ja Freunde: Sauberes Mixing, Beatmatching, Scratchen, auf gleichmäßige Lautstärke achten, etc. ist echt nicht so wichtig. Was zählt ist die Musikauswahl!

OOOhhh, was zählt ist die Musik. Nah da stellt er ja ’ne ganz steile These auf. Neh, echt jetzt – ohne Scheiß. Aber ich führe das zum besseren Verständnis anhand von zwei Beispielen aus.

Beispiel eins: Stereo Bielefeld – ich als betreuender DJ

Ich habe mal als Warm Up und Schluss DJ auf einer Studentenparty im Stereo Bielefeld gespielt. Es war keine normale Studi-Party. Es haben Sportdozenten aufgelegt. Dozenten, die fast keinerlei Erfahrung beim Auflegen hatten. Ich habe ihnen jeweils in ca. 2-3 Minuten das absolut wichtigste über die technische Seite des Auflegens erklärt und dann ging es auch schon ins kalte Tanzflächenwasser für sie.

Was genau habe ich ihnen „beigebracht“? Ich habe erklärt, wie man bei DJ-CD Playern Lieder aussucht, in den Player lädt, diese startet und wieder auf den Anfang setzt. Darüber hinaus wie man diese im Kopfhörer vorhören kann und wie man vom linken CD Player mittels Crossfader am Mischpult auf den rechten CD Player wechselt. Die absoluten Basics also.

Feiernde Gäste auf einer Studentenparty im Stereo Bielefeld
Keine gemixten oder gekonnten Übergänge zwischen den Liedern, doch der Party hat das keinen Abbruch getan im Stereo Bielefeld.

Nun wird der ein oder andere denken: „Das wird furchtbar gewesen sein.“ – Überraschung: Nein, war es zum großen Teil nicht. Zum großen Teil haben Diese absoluten Newbies hinterm DJ Pult die Party sehr gut im Griff gehabt. Klar, da wurden keine Neuerscheinungen von kaum bekannten Künstlern gespielt, sondern Hits jeglicher Couleur. Da fiel die kurze Stille zwischen den Liedern nicht ins Gewicht, genau wie ab und an ein deutlicher Unterschied in der Lautstärke der Lieder. Und die Auflegerei der Sportdozenten war kein kurzes Gimmick, sondern Hauptmerkmal der Party. Die vier DJ Teams haben jeweils ca. 45 Minuten hintereinander weg gespielt. Also ca. 3 Stunden. Zur Party Prime-Time im kleinen Klub des Stereo Bielefeld.

Fazit der Party: Das Konzept ist super aufgegangen. Klar, die Gäste wussten, dass dort (ausser mir, höhö) keine professionellen DJs am Werk sind und haben vielleicht fehlendes Mixing und Pegelschwankungen deshalb einfach so akzepiert. Doch unterm Strich hatten die Leute Spaß, das hat man gesehen. Hätten Sie deutlich mehr Spaß gehabt, wenn die Musik beatgemixt oder mit Scratches angereichert worden wäre? I daut it.

Beispiel zwei: Prince Charles Berlin – All yours Hitparade

Ich war letztens im Prince Charles in Berlin. Angekündigt war „All Yours. Hitparade“. Das kam dann auch, nur anders als ich gedacht hab. Denn das Prince Charles stand für mich eigentlich für super Bookings mit einer schönen Melange aus House und Hip Hop, dargeboten von technisch versierten DJs.

Michel Niknafs am DJ Pult im Prince Charles Berlin
Michel Niknafs in voller Schönheit hinterm DJ Pult im Prince Charles

Jetzt war ich also Gast auf der All Yours Hitparade und Michel Niknafs (einer der DJs des Abends) füllte sein Motto „Hitparaden Master of Desaster“ ungefähr so mit Leben: ungemixte Hits aller Couleur inkl. Mikrofonansagen und Rosen verteilen ans Publikum. Klingt schräg, war aber sehr unterhaltsam. Genau wie im Stereo Bielefeld war die Songauswahl ausschlaggebend für die gute Stimmung auf der Party (und ab und an die Nachsicht der Gäste, wenn ein Lied mal wieder mittendrin einfach stoppte).
Niknafs spielte Songs wie „Queen – Don’t stop me now“, „The Roots – The Seed“, „Wham – wake me up before you go-go“ oder „Britney Spears – Toxic“. Also alles Songs, die stabile Hits sind und Spaß machen, wenn man denn bereit ist sich darauf einzulassen.

Tanzfläche im Prince Charles Berlin.
Voller Floor im Prince Charles. In Berlin geht man durchaus auch mal früh in den Club. Die Tanze war ab Mitternacht recht gut bevölkert.

Bei einem regulären Clubabend fände ich so ein Hitparaden Programm deplatziert, es geht dort ja auch immer um neue Musik – Gästen die Hits von Morgen präsentieren – und auch mal tolle, aber eher unbekannte Songs spielen. Doch bei den beiden beschriebenen Partys ist die Gleichung „Gute Musik = Gute Party“ aber auf jeden Fall aufgegangen.

Auch nach diesen Abenden will ich zwar immer noch stetig ein technisch besserer DJ werden, aber mir wurde mal wieder vor Augen geführt, dass es vor allem die Musik ist, die die Party am Laufen hält. Das Können technisch versierter DJs kann allerdings eine Party auch in eine andere Sphäre katapultieren, wie es Amateur-DJs nie könnten. Doch am Ende zählt was auf’m Floor los ist. Und hey, das wird der ein oder andere Profi-DJ unter den Lesern vielleicht nicht gerne lesen: Trotz aller Stümperhaftigkeit in Sachen Auflege-Skills – Es waren wirklich gute Parties.

 

P.S. Damit aus einer Veranstaltung eine gute Party wird gehört natürlich viel mehr dazu als die passende Musik, aber ich hab mich hier mal nur auf diesen Aspekt beschränkt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.