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Ein Jahr kein Auflegen. Ein Jahr kein Clubbesuch.

Wolfram Bölte sitzt vor einer grauen Wand
Ich sitze jetzt gerne mal einfach so rum.

Wir haben uns alle irgendwie dran gewöhnt. Es ist Pandemie, die Nighttime Economy ist nur noch Nighttime und an sich gibt’s nicht mal mehr einen Grund am Wochenende bis weit in die Nacht aufzubleiben.
Das Engagement und die Durchhalteparolen der Clubs verstummen immer häufiger oder es fühlt sich so an, als ob jegliche Hoffnung längst aufgegeben wurde und einfach weiter kommuniziert wird – Gedanken an Zombies kommen auf. Irgendwie sind sie noch da, aber doch auch tot.

Dabei ging ich immer sehr gerne in Clubs. Aus den vielfältigsten Gründen. Menschen treffen, Musikhören, Tanzen, selbst auflegen, kostenlosen Alkohol trinken. Das mache ich jetzt über ein Jahr schon nicht mehr. Also das mit dem in die Clubs gehen. Den Rest schon. Gut, der Alkohol muss jetzt bezahlt werden. Ich habe mich mit der Situation abgefunden (alles andere wäre auch dämlich) und warte jetzt eben, bis ich geimpft bin.

  • Stone Dance Open Air
    Immer gut, wenn man Freunde hat, die Festivals veranstalten.

Es ist ein seltsames Gefühl als DJ seine Wochenenden zuhause zu verbringen. Janet Jackson sang mal „You don’t know what you’ve got till it’s gone.“ Nun, ich weiß was ich hatte an der Clubkultur. Die hat mir schon sehr viel Spaß bereitet, auch wenn es manchmal zur Routine wurde. Interessanterweise wurden die Auflegenächte, auf die ich zuerst keine Lust hatte, oft richtig gut. Wahrscheinlich, weil ich selbst so wenig Erwartungen an sie hegte. Was mir fehlt sind die überraschenden (positiven) Momente des Nachtlebens. Auch das Gefühl, wenn man merkt, dass man den richtigen Song zur richtigen Zeit spielt und alle Mitsingen, weil sie es auch fühlen. Diese Gruppenmomente.

Wer hat den Käse zum Bahnhof gerollt?

Aber Gruppengefühl ist ja momentan nirgends … außer man ist Profi-Fußballer*In, SuS, im produzierenden Gewerbe tätig oder eben dämlich.

Was ich feststellen kann, nach einem Jahr kein Club-DJ mehr sein: Das Auflegen bereitet mir immer noch Freude, was ich zwar von Anfang an erwartet habe, aber Voraussagen sind ja immer schwierig. Und ich wußte auch nicht, wie ich mit der ganzen Pandemie-Situation umgehen werde. Zum Glück geht es mir gut.

So bleibe ich eben zuhause, hoffe dass es keine weiteren, schlimmeren Coronavirus-Mutationen gibt und warte bis ich geimpft werde … um dann langsam wieder in soziale Interaktion mit anderen Geimpften treten zu können. Ich würde mich sehr freuen, wenn das 2021 noch klappen würde. Denn ich komme zwar gut durch die Pandemie-Zeit, aber ich würde sehr gerne mal wieder meine Freund*innen treffen und mich bei gemeinsamen Spaziergängen nicht halb illegal und unsicher fühlen. Und reisen – Ich würde wirklich gerne mal wieder verreisen.

 

Ich hoffe Euch geht’s gut und ihr seid und bleibt gesund!

XOXO

Wolli

P.S. Eine Zwischenüberschrift tut jedem Text gut, auch wenn sie noch so unpassend ist. Die Obige ist eine Zeile aus dem gleichnamigen Song von Marius Müller-Westernhagen. Ob ihn wohl irgendwer nur Marius Müller nennt?

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